CO₂-Toleranz: Die unterschätzte Fähigkeit für innere Ruhe und Belastbarkeit
- 10. Feb. 2024
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Jan.

Ein stiller Hebel für mehr Ruhe, Fokus und Belastbarkeit liegt direkt unter deiner Nase. Deine CO₂-Toleranz. Kohlendioxid hat lange ein schlechtes Image. Viele Menschen glauben, CO₂ sei ein reines Abfallprodukt. Das Gegenteil ist der Fall. CO₂ ist ein zentraler Regulator deiner Atmung, deiner Sauerstoffversorgung und deines Nervensystems.
Wenn du lernst, CO₂ besser zu tolerieren, lernst du wieder funktionell zu atmen. Genau hier setzt modernes Atemtraining an. Wenn es darum geht, wieder "richtig atmen" zu lernen, wollen wir die CO₂-Toleranz unseres Körpers erhöhen.
In diesem Artikel erfährst du:
Für mehr körperliche Leistungsfähigkeit.
Für mentale Ruhe.
Für echte Stressresilienz.
Was ist CO₂-Toleranz und warum ist sie wichtig?
CO₂-Toleranz beschreibt die Fähigkeit deines Körpers, einen erhöhten Kohlendioxidgehalt kurzfristig auszuhalten, ohne in Stress zu geraten. Ein bestimmter CO₂-Spiegel ist lebensnotwendig. Er sorgt dafür, dass Sauerstoff aus dem Blut in die Zellen abgegeben wird. Er reguliert den Atemantrieb (nicht der Sauerstoff!). Er wirkt direkt auf dein Nervensystem.
Eine niedrige CO₂-Toleranz geht oft mit dysfunktionalen Atemmustern einher, zum Beispiel:
chronische Mundatmung
laute oder angestrengte Atmung
Hyperventilation
Brust- und Schulteratmung
Das Ergebnis: schnelle Atmung, innere Unruhe, erhöhter Stress, rasende Gedanken.
Erhöhst du deine CO₂-Toleranz, kannst du auch unter Druck ruhig, langsam und nasal atmen. Deine Atemmuskulatur wird effizienter. Deine Lunge arbeitet ökonomischer. Dein Nervensystem bleibt reguliert. Das ist nicht nur für Sportler relevant. Es ist entscheidend für den Alltag.
Eine gesteigerte CO₂-Toleranz trägt auch dazu bei, Stress zu reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern, indem sie das Gleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt des Körpers unterstützt. Im folgenden Abschnitt werden wir einige Beispiele für die Vorteile dieser Vorgehensweise erläutern.
5 Vorteile von CO₂ Toleranz
Folgende Wirkungen kannst du erzielen, wenn du deine CO₂-Toleranz mit Atemtraining erhöhst.
1. Weniger Stress und Angst

Ein zu niedriger CO₂-Spiegel aktiviert den Sympathikus. Der Körper schaltet in Alarmbereitschaft.
Typische Folgen sind:
flache Atmung
Schwindel
innere Unruhe
Panikreaktionen
Ein Training der CO₂-Toleranz durch Atemtechniken kann helfen, die Reaktion des Körpers auf Stress zu verbessern und die allgemeine Widerstandsfähigkeit gegenüber belastenden Situationen zu stärken.
Eine von der HHP-Foundation durchgeführte Untersuchung ergab, dass Menschen mit höherer CO₂-Toleranz deutlich weniger akute Angstzustände erleben. Dies deutet darauf hin, dass die Erhöhung der CO₂-Toleranz bei Angstzuständen dazu beitragen kann, im Alltag ein Gefühl der Ruhe zu bewahren.
2. Unterstützung bei depressiven Symptomen
Neben der Verringerung von Angstzuständen hilft eine höhere CO₂-Toleranz nachweislich bei der Bewältigung von Depressionssymptomen. Kohlendioxid ist in der Lage, das Nervensystem zu beruhigen, so dass man einen entspannten Zustand beibehalten und positivere Gefühle erleben kann. Es fördert Zustände von Ruhe, Präsenz und emotionaler Stabilität.
Dies hilft denjenigen, die unter Depressionen leiden, ihre Stimmung zu verbessern. Nicht als Ersatz, sondern als kraftvolle Ergänzung.
3. Reduktion von Entzündungen
CO₂ unterstützt die Gefäßregulation und wirkt entzündungshemmend. Eine höhere Toleranz bedeutet, dass CO₂ länger im System bleibt und seine regulierende Wirkung entfalten kann. Das kann sich positiv auf chronische Entzündungsprozesse auswirken.
4. Mehr Ausdauer und Leistungsfähigkeit

Je besser deine CO₂-Toleranz, desto stabiler bleibt deine Herzfrequenz unter Belastung.
Niedrige Toleranz bedeutet: schneller Puls, schnelle Ermüdung.
Hohe Toleranz bedeutet: ökonomische Atmung, gleichmäßiger Puls, längere Leistungsfähigkeit.
Deshalb ist CO₂-Toleranztraining im Leistungssport längst etabliert.
5. Mehr Energie im Alltag
CO₂ beeinflusst direkt die Sauerstoffabgabe an die Mitochondrien. Dort entsteht deine Energie.
Eine gute CO₂-Toleranz verbessert die zelluläre Energieproduktion.
Das Ergebnis: mehr mentale Klarheit und körperliche Energie.
Teste jetzt deine CO₂-Toleranz
Mit einem einfachen Selbsttest bekommst du eine erste Orientierung.
Der CO₂TT-Test
Halte einen Timer (z.B. auf deinem Smartphone) bereit und befolge diese Schritte:
Atme dreimal sanft und ruhig durch die Nase ein und aus.
Atme einmal voll durch die Nase ein und fülle dabei den Bauch, den oberen Brustkorb und die Lunge.
Starte einen Timer und beginne so langsam wie möglich durch die Nase auszuatmen.
Stoppe den Timer, wenn du voll ausgeatmet hast oder wenn du schluckst oder das Gefühl hast, dass du nicht mehr weiter ausatmen kannst und das Gefühl hast wieder einatmen zu müssen.
Das sagt dir das Ergebnis des CO₂TT-Tests
>80 Sekunden: Elite | sehr hohe CO₂-Toleranz und Stress-Resilienz |
60-80 Sekunden: Profi | Gute Atemkontrolle, relativ gute Stresskontrolle |
40-60 Sekunden: Fortgeschritten | verbessert sich im Allgemeinen schnell mit Fokus auf CO₂-Toleranztraining |
20-40 Sekunden: Durchschnitt | mäßiger bis hoher Stress/Angstzustand, |
>20 Sekunden: Viel Potenzial | idealer Kanditat für Atemtraining, sehr hohe Angst- und Stressempfindlichkeit, Hinweis für dysfunktionale Atemmuster, mögliche Einschränkung der Atemmuskulatur, geringe Lungenkapazität |
Merke: Der CO₂TT ist ein Orientierungswert, kein medizinischer Test. Weiters ist er eine von vielen Möglichkeiten deine CO₂ Toleranz zu testen. In unserem Training lernst du u.a. auch die Kontrollpause kennen.
Wie du deine CO₂-Toleranz verbesserst
Bewährt haben sich Atemübungen mit:
reduzierter Atemfrequenz
geringerem Atemvolumen
kurzen, bewussten Atempausen
Funktionelles Atemtraining wirkt hier präzise und nachhaltig.
Werde zertifizierter AYA Functional Breath Teacher!

👉🏼Atemtechniken, die das Atemmuster verbessern und die CO₂-Toleranz von dir oder deinen Klientinnen erhöhen, lernst du bei uns in Modul 1 - Functional Breath der AYA Breathwork Professional Ausbildung. Dieses Wissen und die dazugehörigen Atemübungen helfen dir und deinen Klienten bei bei Stress, Angstzuständen, Unruhe, Panikattacken, Asthma, COPD, Long-Covid, Diabetes, aber auch bei Herzproblemen, Bluthochdruck, Epilepsie, Schwangerschaft und Menstruation.
👉🏼schau dir diese AYA Atem-Session an, wo wir 3 funktionelle Übungen praktizieren:
Teile diesen Beitrag, wenn er dir geholfen hat.



Kommentare